Google fügt den Suchergebnissen die Option „Mehr lesen“ hinzu – was ändert sich dadurch für SEO und Klickrate?

Was?
Google hat damit begonnen, ein neues Element in den Suchergebnissen einzuführen: einen „ Weiterlesen “-Link, der am Ende der Beschreibung (des Snippets) im Bereich der organischen Suchergebnisse erscheint.

Warum?
Ein Klick auf „Weiterlesen“ führt Nutzer nicht zum Seitenanfang, sondern zu einem bestimmten Inhaltsabschnitt (in der Regel dem für ihre Suchanfrage relevantesten). Dies kann sowohl das Nutzerverhalten als auch die Messung der SEO-Effektivität und der Klickrate beeinflussen.

Für wen ist es gedacht?
Für SEO- und Content-Manager, Online-Shop-Betreiber, Marketingfachleute und UX-Teams, denen Landingpages und Conversions nach dem Einstieg über Google wichtig sind.

Hintergrund:
Google testet seit Jahren verschiedene Formen der Barrierefreiheit in Snippets: zusätzliche Links, Abschnittsverknüpfungen und Beschreibungserweiterungen. Nun scheint die Option „Weiterlesen“ nach früheren Experimenten mit ähnlichen „Mehr anzeigen“-Links vor einer breiteren Implementierung zu stehen.

Wie funktioniert „Mehr lesen“ in Google-Snippets?

Der Mechanismus ist einfach, die Folgen können jedoch bedeutend sein. Am Ende der Ergebnisbeschreibung erscheint ein Link „Weiterlesen“, der den Nutzer beim Anklicken zu dem spezifischen Abschnitt der Seite führt, auf den sich das Suchergebnis bezieht (ähnlich einem Link zu einem Ankertext/Seitenausschnitt).

Wichtig : Dies ist keine universelle Funktion. Google zeigt sie in vielen Ergebnissen an, aber nicht in allen (die Einführung erfolgt offenbar schrittweise).

Warum macht Google das?

Aus Nutzersicht verkürzt dies den Weg zur Antwort: Anstatt von oben nach unten zu scrollen, gelangen Nutzer direkt zu der Stelle, die Google für ihre Suchanfrage als relevant erachtet. Branchenkenner weisen zudem darauf hin, dass der Link „sichtbarer“ ist als eine Standardbeschreibung und daher Klicks fördern kann.

Das kam nicht aus dem Nichts: Frühere Tests von „Mehr anzeigen“ und Links in Beschreibungen

Im Jahr 2025 testete Google verschiedene Varianten zusätzlicher Links in Snippets, darunter „Mehr anzeigen“, das auch auf einen Seitenausschnitt mit den in der Beschreibung zitierten Inhalten verlinken konnte. In diesem Experiment erschienen auch andere Linkformen direkt in der Beschreibung.

Der aktuelle „Weiterlesen“-Button wirkt wie ein Schritt in Richtung Standardisierung: eine einfache Botschaft und ein klares Ziel – den Nutzer zum relevanten Abschnitt zu führen und seine Aufmerksamkeit zu behalten.

Was ändert sich dadurch für SEO?

1) Die Inhaltsstruktur gewinnt noch mehr an Bedeutung

Wenn Google Nutzer zu einem bestimmten Textabschnitt weiterleiten möchte, muss Ihre Seite klare „Ziele“ aufweisen: eindeutig erkennbare Abschnitte. In der Praxis gilt: Inhalte mit einer klaren Struktur sind erfolgreicher

  • H2/H3-Überschriften, die spezifische Fragen beantworten,
  • kurze Absätze mit einer klaren These am Anfang,
  • Aufzählungslisten (wenn das Thema es erfordert),
  • FAQ-Bereiche, die die Absicht der Anfrage direkt beantworten.

2) Ein „besserer Snippet“ bedeutet nicht immer „bessere Verkaufszahlen“

Bei informativen Inhalten ist das ideal: Der Nutzer erhält schneller eine Antwort und klickt eher. Im E-Commerce kommt es jedoch darauf an, was danach passiert: Erkennt der Nutzer nach dem Aufrufen der Seite Kontext, Vertrauenswürdigkeit und einen klaren Weg zum Kauf (z. B. zu einer Produktliste, Kategorie oder einem Vergleich)? Findet er mitten in einem Kaufprozess keine Hilfestellung, bricht er die Seite möglicherweise schneller ab als üblich.

3) Die Anforderungen an Landingpages steigen

Wenn ein Nutzer auf der Hälfte der Seite landet, muss er sofort verstehen:

  • Wo findet es statt (was ist das Thema und worum geht es?)?
  • wie man zum nächsten Schritt übergeht (z. B. Produkte, Preisliste, Kontakt),
  • ob der Inhalt glaubwürdig ist (Quellen, Aktualität, Autor, Erfahrung).

Dies ist besonders wichtig für Online-Shops und Webshops, die ihren Umsatz durch Inhalte generieren (Ratgeber, Rankings, Inspirationen, „Anleitungen zur Auswahl“).

Was ändert sich dadurch für die Klickrate (CTR)?

Branchenkenner bestätigen, dass „Mehr lesen“ ein zusätzliches, aufmerksamkeitsstarkes Element in den Suchergebnissen darstellt, das Klicks fördern kann. Eine hohe Klickrate (CTR) ist jedoch nicht garantiert – sie hängt von der Branche, der Suchanfrage, dem Wettbewerb auf den Suchergebnissen und davon ab, ob die Beschreibung tatsächlich einen Mehrwert verspricht.

Die wahrscheinlichsten Szenarien für eine Auswirkung auf CTR

  • Die Klickrate (CTR) steigt bei Ratgeberinhalten, in denen der Nutzer nach einer bestimmten Antwort sucht und die Zusage erhält, dass er nach dem Klicken genau an die richtige Stelle gelangt.
  • Die Klickrate bleibt unverändert, wenn die Transaktionsabsicht überwiegt und der Nutzer auf das Ergebnis mit dem besten Preis/der besten Marke/dem besten Bekanntheitsgrad klickt.
  • Ein Rückgang der Klickrate (weniger häufig, aber möglich) tritt ein, wenn Wettbewerber ein reichhaltigeres Ergebnis liefern (z. B. umfangreiche Erweiterungen, eine starke Marke, ein stärkeres Alleinstellungsmerkmal im Titel) und „Mehr lesen“ keinen wirklichen Vorteil bietet.

Schritt für Schritt: So bereiten Sie Ihre Seite für „Weiterlesen“ vor

Schritt 1: Prüfen Sie, ob Sie es an sich selbst erkennen können

Suchen Sie bei Google nach einigen Keywords, für die Ihre Website rankt (z. B. Richtlinien, Kategorien, Blogbeiträge), und prüfen Sie, ob neben Ihren Suchergebnissen „Mehr lesen“ angezeigt wird. Diese Funktion ist nicht überall verfügbar, testen Sie daher verschiedene Suchanfragen.

Schritt 2: Stärken Sie die Bereiche, zu denen Google Nutzer weiterleiten kann

  • Fügen Sie unter den Überschriften kurze Einleitungen hinzu (1–2 Sätze: Welchen Nutzen hat der Nutzer aus diesem Abschnitt?).
  • Verwenden Sie Frage-basierte Überschriften („Wie wählt man … aus?“, „Was bedeutet …?“, „Wie viel kostet …?“), wenn sie zum Thema passen.
  • Für eine übersichtliche Struktur: ein Abschnitt = ein eigener Thread.

Schritt 3: Erstellen Sie eine „Rettungsnavigation“ in der Mitte der Seite

Wenn ein Nutzer mitten in einem Artikel landet, möchte er eine schnelle Option haben, um zu folgendem Abschnitt zu springen:

  • Inhaltsverzeichnis/Abschnittsmenü (oben und auf Mobilgeräten als fixierte Version, falls das sinnvoll ist),
  • verwandte Produkte oder Kategorien (im Kontext eines bestimmten Abschnitts),
  • Abschnitt Lieferung und Rückgabe (in Online-Shops und Webshops ist dies ein häufiger "Entscheidungspunkt").

Schritt 4: Messen Sie nicht nur die Klickrate (CTR), sondern auch die Qualität des Besuchs

Steigt die Klickrate (CTR), stagniert aber der Umsatz, liegt das Problem möglicherweise darin, dass die Zielgruppe ohne Kontext „im Mittelfeld“ landet. Überwachen Sie Folgendes:

  • Verweildauer und Scrollzeit (ob der Nutzer noch liest),
  • Klicks auf Navigationselemente (können sie zum nächsten Schritt gelangen?)
  • Mikro-Konversionen (z. B. Aufrufen der Produktliste, Filtern, Hinzufügen zum Warenkorb).

Wie Sie Konversionsverluste vermeiden, wenn ein Nutzer mitten in Ihren Inhalten landet

Der häufigste Fehler besteht darin, eine Website so zu gestalten, als ob jeder „von oben“ beginnen würde. In der digitalen Welt ist diese Annahme zunehmend falsch: Ein Nutzer kann über Google, über einen Link, über KI oder über soziale Medien auf eine bestimmte Seite gelangen.

Daher empfiehlt es sich bei verkaufsfördernden Inhalten (z. B. Einkaufsratgebern, Rankings, Ratgebern) folgende Regel zu beachten: Jeder Abschnitt sollte selbsterklärend sein . Fügen Sie einen einzigen Satz Kontext hinzu, geben Sie an, was der Nutzer als Nächstes tun soll, und untermauern Sie dies mit einem klaren Call-to-Action (z. B. „Sehen Sie sich Modelle für kleine Badezimmer an“ statt des allgemeinen „Angebot ansehen“).

Was kommt als Nächstes? Dies sollte als Signal für die zukünftige Ausrichtung von Google verstanden werden

„Mehr lesen“ ist Teil eines Trends: Google möchte Nutzern immer schneller Inhalte präsentieren, die ihren Suchintentionen entsprechen. Frühere Tests von „Mehr anzeigen“ und Links in Beschreibungen zeigen, dass es sich hierbei nicht um ein zufälliges Experiment handelt, sondern um eine kontinuierliche Verbesserung des Snippets als Navigationsinstrument.

Das sind gute Nachrichten für SEO, wenn Sie in hochwertige Inhalte und eine klare Struktur investieren. Für den E-Commerce ist es außerdem eine Erinnerung: Traffic von Google ist nur der Anfang – entscheidend ist, ob der Nutzer nach dem Aufrufen der Seite einen klaren Weg zum nächsten Schritt findet.