Amazon testet die Weiterleitung von Kunden auf Markenwebsites. Könnte dies eine Revolution sein – „legaler“ Traffic vom Marktplatz zum Online-Shop?

Amazon testet die Weiterleitung von Kunden auf Marken-Websites

Was?
Amazon testet eine neue Funktion, die es Kunden ermöglicht, direkt auf die Website der jeweiligen Marke weitergeleitet zu werden, wenn ein Produkt in den Amazon-Lagern nicht verfügbar ist.

Warum?
Ziel ist es, den Kunden eine bessere Produktverfügbarkeit zu bieten und es Marken zu erleichtern, zu verkaufen, ohne auf Amazon-Lagerhäuser zurückgreifen zu müssen.

Für wen ist es gedacht? Für
Einzelhändler, digitale Marken und Kunden, die nach bestimmten Produkten suchen.

Ein neues Vertriebsmodell in der digitalen Welt?

Kunden auf Markenwebsites umleiten – ein Paradigmenwechsel im E-Commerce

Amazon, ein weltweit führendes Unternehmen im digitalen Bereich, testet einen innovativen Ansatz für sein Online-Verkaufsmodell. Ist ein Produkt auf der Plattform nicht verfügbar, können Nutzer direkt zur Website des Herstellers oder eines autorisierten Händlers weitergeleitet werden. Diese Lösung stellt eine bedeutende Abkehr vom traditionellen Marktplatzmodell dar, bei dem Amazon während des gesamten Kaufprozesses als Vermittler fungiert.

Was bedeutet das für Marken und Einzelhändler?

Bislang mussten Unternehmen, die auf Marktplätzen verkaufen, die von den Plattformen auferlegten Bedingungen akzeptieren, darunter Provisionen, logistische Einschränkungen und Kundendienstrichtlinien. Die Weiterleitung von Kunden auf die Websites der Hersteller gibt Marken mehr Unabhängigkeit und Kontrolle über ihre Verkäufe, was Folgendes bedeutet:

  • Direkte Beziehung zum Kunden – Marken können Kundenservice, Kommunikation und Treueprogramme selbst verwalten.
  • Durch das Umgehen von Marktplatzprovisionen – den Wegfall von Zwischenhändlern – ergeben sich höhere Gewinnspannen und eine größere Preisflexibilität.
  • Mehr Kontrolle über die Daten – Marken haben vollen Zugriff auf Kundeninformationen, was eine bessere Analyse und Personalisierung der Angebote ermöglicht.
  • Freiheit bei der Gestaltung Ihrer Marketingstrategie – die Möglichkeit, Ihre eigene SEO-Strategie und Werbekampagnen zu entwickeln und einzigartige Einkaufserlebnisse zu schaffen.
 

Auswirkungen auf das Ökosystem der digitalen Welt

Amazons Strategiewechsel könnte andere Marktplätze dazu anregen, ihre Strategien anzupassen. Langfristig könnte dies zu einer Dezentralisierung des Online-Handels führen, da Marken nach Unabhängigkeit von zwischengeschalteten Plattformen streben.

Dies bedeutet jedoch nicht das Ende von Marktplätzen. Für kleinere Händler bleiben sie ein wichtiger Vertriebskanal, während größere Marken ihren Fokus möglicherweise schrittweise auf den Direktvertrieb verlagern. Mögliche Folgen dieses Trends sind:

  • Neue Kooperationsmodelle zwischen Marktplätzen und Marken.
  • Die wachsende Bedeutung unabhängiger Online-Shops als wichtigster Vertriebskanal.
  • Die Notwendigkeit für Marken, mehr in die Entwicklung eigener Vertriebs- und Kundendienst-Ökosysteme zu investieren.

Die Zukunft dieses Modells hängt von den Ergebnissen der Amazon-Tests und der Reaktion von Kunden und Händlern ab. Sollte sich die Strategie als erfolgreich erweisen, könnte dies den Beginn einer neuen Ära in der digitalen Welt markieren, in der Marktplätze im E-Commerce-Ökosystem eher eine unterstützende als eine dominierende Rolle spielen.

Vorteile und Auswirkungen auf die Branche

  • Für Unternehmen : Möglichkeit zur Umsatzsteigerung ohne Nutzung der Amazon-Logistik und ohne Verkaufsprovisionen.
  • Verbraucher : Zugang zum gesamten Sortiment des Herstellers, bessere Preise und die Möglichkeit, direkt beim Hersteller zu kaufen.
  • Amazon : Optimierung der Lagerprozesse und potenziell höhere Markentreue.
 

Wie kann sich der E-Business darauf vorbereiten?

  1. Finden Sie  den richtigen E-Commerce-Berater , der Sie bei der Entwicklung Ihres E-Commerce unterstützt (kritische Analyse von außerhalb des Unternehmens).
  2. Verbessern Sie Ihre eigenen Websites und E-Commerce-Systeme, um Kunden zu gewinnen.
  3. Setzen Sie geeignete Tools und Szenarien ein, um den Traffic vom Marktplatz zu erkennen und angemessen zu reagieren, z. B. durch das Anbieten von Sonderaktionen für Kunden eines bestimmten Marktplatzes.
  4. Optimieren Sie Ihre SEO- und Werbekampagnen, um die Sichtbarkeit Ihrer eigenen Plattform zu erhöhen.
  5. Entwickeln Sie attraktive Angebote und Treueprogramme für Ihre Kunden.
  6. Integrieren Sie geeignete Zahlungs- und Logistiksysteme, um den Einkaufsprozess zu optimieren.
  7. Vielleicht können Sie sich auf ein bestimmtes Angebot konzentrieren (auch wenn ein solcher spezialisierter Online-Shop, der sich auf ein spezifisches, enges Angebot konzentriert, im E-Commerce derzeit nicht gut abschneidet).
 

Ist dies das Ende der Marktbeherrschung?

Obwohl Amazon weiterhin der Marktführer ist (weltweit, in Europa, aber noch nicht in Polen?), könnte die getestete Funktionalität Marken dazu anregen, eigene Verkaufsplattformen aufzubauen. Sollte eine solche Lösung Realität werden, wäre es wohl das erste Mal, dass ein großer Marktplatz Markenshops so stark unterstützt und seinen Traffic dorthin umleitet (vermutlich mit dem Attribut „nofollow“). Dies scheint jedenfalls ein weiteres Argument dafür zu sein, warum es sich lohnt und notwendig ist, in einen eigenen Onlineshop zu investieren. (P.S.: Es stellt sich sofort die Frage: Wie wählt eine solche Plattform diese Shops aus und nach welchen Kriterien – Herstellershop, Shop mit der größten Auswahl, autorisierter Händler? Wir werden sehen, wie es läuft …).

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